Zukunft der Arbeit

Thomas Necke

Auf dem Weg in die Zukunft haben die Arbeitnehmer von heute mit unsicheren Beschäftigungen zu kämpfen: befristete Arbeitsverträge, 400-Euro-Jobs, Leiharbeit. Gleichzeitig werden gute Arbeitnehmer rar und die Bindung der Mitarbeiter und der Aufbau von Commitment  gilt als wichtiges Instrument um den Rohstoff der Zukunft – das Wissen – zu sichern. Ähnlich ambivalent wie die prekären Beschäftigungssysteme ist die Demografische Entwicklung. Einerseits ist Europas Jugendarbeitslosigkeit dramatisch hoch, andererseits hat der Gesetzgeber in Deutschland die Rente mit 67 beschlossen.  

Das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sieht drei Megatrends, die die Zukunft der Arbeit beeinflussen: die Verlagerung unternehmerischer Verantwortung auf Mitarbeiter, steigenden Qualifikationsanforderungen und einen Rückgang des Arbeitsnehmerpotentials auf Grund des demographischen Wandels. Die Fach- und Führungskräfte der Zukunft sind Menschen, die fachliche und unternehmerische Kompetenzen mitbringen müssen (vgl. IZA Standpunkte Nr. 41 August 2011). Der Direktor für Arbeitsmarktpolitik des IZA gab der Süddeutschen Zeitung ein Interview zum Thema;

„SZ: […] Wie wird die Arbeitswelt der Zukunft aussehen?
Hilmar Schneider: […] Wir kommen aus einer Welt, die durch klare Hierarchien und Arbeitsanweisungen geregelt war. Diese Struktur löst sich auf. Es wird nicht mehr gesagt, was zu tun ist, es wird nur das Ergebnis vorgegeben. Wie das zu erreichen ist, bleibt dem Arbeitnehmer überlassen.

SZ: Welche Folgen hat das für die Beschäftigten?
Schneider: Sie nehmen das Risiko zu scheitern mit nach Hause. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischt.

work-lifeSZ: Schön. Aber wenn die Arbeitnehmer höher qualifiziert sind und mehr Risiko tragen – müssten sie dann nicht auch mehr verdienen?
Schneider: Diese Entwicklung ist keine ausschließliche Angelegenheit der Topleute. Pförtner, Kassiererin, alle übernehmen unternehmerische Verantwortung. Es ist notwendig, um den Arbeitsplatz zu behalten. Nur wer sehr erfolgreich ist, kann mit Gehaltssteigerungen rechnen.

SZ: Der Arbeitsmarkt ist also gespalten. Er bietet einem Teil der Menschen sehr gute, anderen dagegen weitaus schlechtere oder gar keine Arbeit.
Schneider: Es gibt einen weiteren Trend, hin zu höheren Qualifikationsanforderungen. Gleichzeitig werden die Jobs, für die man nur einfache Fähigkeiten braucht, zum großen Teil in Billiglohnländer ausgelagert. Wir können aber nicht die Menschen, die diesen Anforderungen nicht genügen, auch outsourcen.

SZ: Ist dann in der Wissensgesellschaft überhaupt noch Platz für Menschen mit niedrigen Qualifikationen?
Schneider: In Zukunft wird es wichtiger denn je sein, diese Menschen zu fördern und weiterzubilden. Geringqualifizierte haben seit 30 Jahren praktisch keine Reallohnzuwächse verbuchen können, Hochqualifizierte haben ihre Einkommen mindestens verdoppelt. Da geht eine Schere auseinander. Das werden sich die Verlierer nicht gefallen lassen.

SZ: Zu welchen Branchen raten Sie jungen Menschen, die sich für die Arbeitswelt der Zukunft fit machen wollen?
Schneider: Die Vorstellung, dass es eine Zukunfts-Branche gibt, auf die man sich konzentrieren sollte, ist naiv. Selbst wenn ich sagen würde, gehen Sie in die Nanotechnologie, hat das keinen Sinn, wenn Ihnen Mathematik und Technik nicht liegen. Wichtig ist, dass man sich seiner Fähigkeiten bewusst wird. Allerdings auch, dass man lernt, sich über Risiken klar zu werden. Es gibt niemanden, der sich um einen kümmert, wenn man sich falsch entscheidet.“

Menschen, die fachlich gut qualifiziert sind und über gute soziale Kompetenzen verfügen, werde gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft haben. Die Organisationen und Bildungseinrichtungen der Gegenwart müssen neben fachlichen Wissen auch soziale Fähigkeiten und unternehmerischen Kompetenzen vermitteln, damit junge Menschen vom Arbeitsmarkt der Zukunft profitieren.

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Eine Antwort zu Zukunft der Arbeit

  1. Sabine Hönig schreibt:

    Die Zukunft fängt heute schon an: es ist prägend welchen Erziehungsstil und welche Rollenvorbilder die Führungskräfte der Zukunft vorgelebt bekommen. Wenn due BRD ein paar Miliarden mehr ins Bildungssystem investiert statt Banken zu retten. Dann wird es in Zukuft vielleicht billiger.

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